Das Kit Kat Berlin
Eine Party im Sex-Club

Heißer Sex und harte Beats

Nein, das Kit Kat in Berlin ist kein Swingerclub, auch wenn das immer mal wieder behauptet wird. Es ist in erster Linie noch nicht einmal ein Sexclub, obwohl Sex in allen Varianten in dem Laden natürlich eine große Rolle spielt. Was aber ist das Kit Kat denn dann? Die Antwort: Ein Technoclub, der vor allem mit seinen regelmäßig an Samstagen stattfindenden Clubnächten für Aufmerksamkeit sorgt. Bei denen geht es nämlich überaus freizügig zur Sache. Nackte Menschen und Menschen in Fetischkostümen feiern dort, haben miteinander aktiv Sex und huldigen dabei dem Bizarren – während die Bässe der Musik heftig wummern, versteht sich. Müsste man eine Alternativbezeichnung für das finden, was das Kit Kat ausmacht, dann würde die wohl Fetischclub oder Bizarrclub lauten.

Ein Rückgriff auf das Berlin der 1920er Jahre

Seinen Ursprung hat das Kit Kat in ersten Clubbing Veranstaltungen in der „Turbine“ in Berlin, die der aus Kärnten in Österreich stammende Simon Thaur dort zusammen mit seiner Lebensgefährtin Kirsten Krüger dort ab März 1994 auf die Beine stellte. Thaur, der sich unter anderem als Musiker und als Produzent von mehr als 200 Pornofilmen aus dem Fetisch-Bereich einen Namen gemacht hat, machte aus den gelegentlichen Partys schließlich eine feste Einrichtung. Der Kit Kat Club war geboren. Der Name bezieht sich übrigens auf das Musical „Cabaret“, das mit Liza Minelli höchst erfolgreich verfilmt worden ist. Praktisch der ganze Film spielt im fiktiven Berliner „Kit Kat Club“. Und dort geht es dann durchweg reichlich schrill und freizügig zu. Genau daran wollten Thaur und Kirsten Krüger offenbar anknüpfen. Gleichzeit ist der Name auch ein Rückgriff auf die 1920er und früher 1930er Jahre in Berlin, die zumindest in manchen Kreisen geprägt waren von Hedonismus und ungezügelter Lebenslust. Nicht umsonst spricht man noch heute von den goldenen 20er Jahren.

Enorm tanzbare Sounds und drastische Erotik

Mit seiner ziemlich einmaligen Mischung aus tanzbaren Sounds und einer knallharten, ganz offen zur Schau getragenen Erotik, entwickelte sich das Kit Kat schnell zu einem großen Erfolg. Klar, dass das Konzept des Clubs in den Medien Bundes-, ja europaweit für Aufsehen sorgte. Eben weil hier gerade nicht dem braven Mainstream gehuldigt wurde, sondern das Abseitige und Bizarre zu Hause war, zog das Kit Kat Gäste weit über die Grenzen Berlins hinaus an – Promis inklusive. Bis heute ist es wahrscheinlich der Treffpunkt der deutschen Fetischszene schlechthin. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der eine oder andere Skandal. Geradezu legendär etwa sind die Auseinandersetzungen um die Techno-Demo Carneval Erotica aus dem Jahr 2001, bei der der Club der Hauptorganisator gewesen ist. Es ging dabei um eine weiter voran schreitende sexuelle Liberalisierung und darum, ganz allgemein ein positives Verhältnis zum Hedonismus zu fordern. Die Reaktionen auf den Demonstrationszug über den Kurfürstendamm waren derart drastisch, dass das Ordnungsamt der Stadt keinen weiteren Carneval Erotica genehmigte.

Das Schamgefühl gibt man an der Garderobe ab

Wer eine der faszinierenden Partys im Kit Kat miterleben möchte, muss dazu erst einmal in den Club eingelassen werden. Grundsätzlich steht er zwar allen offen, jedoch gibt es eine sehr restriktive Türpolitik. Dabei geht es vor allem um den Dresscode. Der sollte nicht nur möglichst freizügig sein, sondern auch zu dem jeweiligen Motto des Abends passen. Drinnen erwarten den Besucher dann jede Menge tanzende Körper – und natürlich auch jede Menge Sex. Man kann Menschen beobachten, die es ganz offen miteinander treiben – egal, ob nun Heteros oder Homosexuelle. Und ja, man trifft auch auf Männer, die ganz offen und mit beeindruckender Ausdauer masturbieren. Scham scheint an diesen Abend eindeutig ein Fremdwort zu sein. Es geht bei den Partys im Club schließlich auch darum, sich auszuleben und nach der ultimativen Befriedigung zu suchen. Kurzum: Eine verklemmte bürgerliche Sexualmoral hat hier nicht viel zu melden. Erlaubt ist, was allen, die daran beteiligt sind, gefällt. Ganz verkehrt ist diese Prämisse sicherlich nicht.

Bis dahin eure, Angelina
Unsere Girls aus diesem Beitrag
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Bis dahin eure, Angelina
Unsere Girls aus diesem Beitrag
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